Daten aus der Geschichte von Klietznick

Klietznick ist eine Wendensiedlung. Die Wenden, ein elbslawischer Volksstamm, bauten ihre Siedlung in Dreiecksform um den Dorfplatz. Die älteste Schreibweise Klesnic (Dorf am Flußhaken) bezieht sich auf einen dicht am Dorf liegenden Arm der alten Elbe mit der Bezeichnung Elbhaken.
Klietznick ist ein Kirchdorf, welches unweit der Elbe südlich von Jerichow liegt und 1365 erstmals erwähnt wird. Im erzbischöflichen Lehnsregister (1370-1400) erscheint der Ort zuerst unter dem Namen "Klyzenick". 1376 war die Siedlung im Besitz des Henning von Barby. 1467 erfolgte ein Verkauf an die von Redekin. Nach dem Tode des letzten Erben derer von Redekin 1634 übernahm der Kammerdiener Moritz Hahn die Besitzung. Danach wurde das damalige in Klietznick gelegene Rittergut ein Vorwerk der Domäne Jerichow.

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1791 brachen die Bewohner des Nachbardorfes Heydebleck ihr Dorf wegen ständiger Hochwassernöte ab, siedelten mit 11 Familien nach Klietznick über und bauten die heutige Dorfstraße auf. Die Eingliederung der Heydeblecker Bürger in die Gemeinde Klietznick sowie die Übergabeverhandlungen über die Ländereien nach dem Inventar sollen Berichten zufolge Anfang August 1791 stattgefunden haben. Dadurch vergrößerte sich das ökonomische Potential der Gemeinde Klietznick. 1842 umfaßte die Klietznicker Feldmark 575 Morgen Ackerland, 229 Morgen Wiesen und 248 Morgen Anger. Die Einwohnerzahl war in diesem Jahr auf 156 Einwohner angewachsen, die in 27 Wohnungen lebten. Klietznick hatte auch eine eigene Schule und Küsterei. Im Ort gab es einen Dorfkrug. Ein besonders tragisches Ereignis brachte den Klietznicker Einwohnern am 9. Mai des Jahres 1807 viel Leid. "Sieben Töchter und Mägde zu Klietznick, welche von der Melkstelle in einem Kahn über den See übersetzen wollten, ertranken. Ein achtes Mädchen wurde gerettet." Zum Schutz gegen Hochwasser sind in der Klietznicker Gemarkung zwei Deiche angelegt worden. Der Winterdeich an der Stromelbe, ein Werk des 12. Jahrhunderts, hat im Bereich der Klietznicker Gemarkung eine Länge von 3440 m. 1840 wurde ein Rückstaudeich (Sommerdeich) mit einer Länge von 3360 m gebaut. 1859 brannten 6 Bauernhöfe, ein Kossatengehöft, drei Büdnerstellen und der Turm der Kirche nieder. 1866 wurde durch Blitzschlag ein Gehöft vernichtet, 1872 brannten vier weitere Gehöfte und vier Scheunen ab. Im selben Jahr wurde Klietznick eine Seperationsgemeinde. In den Jahren 1883/84 baute man durch Klietznick eine Kunststraße. 1914-1918 zogen 32 Männer aus dem Dorf in den 1. Weltkrieg, wovon 6 ihr Leben lassen mußten.

Bis 1920 hatte Klietznick eine Holländermühle, die abgerissen wurde, da die Söhne des Müllers aus dem 1. Weltkrieg nicht heimkehrten.
1925 wurde in Klietznick eine Freiwillige Feuerwehr gegründet. Zu ihrer Ausrüstung gehörte eine Handdruckspritze. Durch den Bau der Eisenbahnstrecke Jerichow Güsen im Jahre 1925 erhielt Klietznick eine moderne Verkehrsverbindung. Der zweite Weltkrieg von 1939 bis 1945 hinterließ auch in der Gemeinde Klietznick seine Spuren. Im Verlauf des Krieges wurden 44 Männer zum Kriegsdienst eingezogen. Klietznick hatte zu der Zeit 199 Einwohner. Aus diesem Krieg kehrten 16 Männer nicht zurück.
Die Klietznicker Bauern mußten 15 Pferde und fünf Ackerwagen der Wehrmacht zur Verfügung stellen. Im Jahre 1951 erfolgte Klietznicks Eingemeindung in die Stadt Jerichow. Am 10. Februar 1953 kam es im Dorf zur Gründung der landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) Typ III. Ihr folgte 1960 die Bildung einer weiteren LPG. Bei diesem Typ wurde das Vieh noch privat gehalten, der Acker aber gemeinschaftlich bearbeitet.
1965 wurde die alte Chaussee zwischen Jerichow und Ferchland durch eine Betonstraße ersetzt und alle Straßenbäume hierbei entfernt. Auch die Obstbaumallee zwischen Ferchland und Klietznick mußte dem Straßenbau weichen.
Mit der Gründung des Dorfverschönerungsvereins am 17. Mai 1991 begann für die Einwohner des Ortes Klietznick ein neuer Zeitabschnitt in der Dorfentwicklung, der später in der Geschichte des Dorfes einen würdigen Platz finden wird.

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